MiZD

Mensch im Zentrum Dithmarschen - Träger der Jugendhilfe und Sozialpädagogische Einrichtung



Impuls-Kontroll-Training

Wut nicht unter Kontrolle zu bringen, hat verheerende Konsequenzen im Leben all jener, die unter dieser Störung leiden und auch bezüglich der Personen, die das Umfeld eines betroffenen Menschen bilden, denn ein aggressives Verhalten zu kontrollieren, ist unabdingbar, um in einer Gesellschaft zusammenleben zu können.

Die meisten Menschen mit dieser Störung haben in ihren persönlichen Beziehungen, sei es innerhalb der Familie, mit dem Partner oder in einer Freundschaft, Probleme. Mit jemandem zusammenzuleben, der diese Störung aufweist, bedeutet, praktisch ständig angespannt zu sein. Es ist unmöglich, vorherzusagen, wann diese Person explodiert, was ihre Mitmenschen und Liebsten dazu bringt, sich letztendlich zu distanzieren, aus Angst vor Wutausbrüchen und deren Konsequenzen.

Eine Störung der Impulskontrolle beeinträchtigt auch das Arbeitsleben der Betroffenen. Da dieser Mensch nicht weiß, wie er mit Wut und Zorn umgehen soll, und solche Episoden auch nicht vorhersehen kann – die durch frustrierende Situationen, die wir alle am Arbeitsplatz erleben, ausgelöst werden, wie durch Diskussionen mit Arbeitskollegen oder durch die Kritik eines Vorgesetzten – explodiert er früher oder später, was zu einem schlechten Arbeitsklima und einer möglichen Entlassung führen kann, falls sich solche Situationen häufen.

Wieso manche Menschen so unheimlich aggressiv reagieren

Einige Forscher meinen, dass ein überaus aggressives Verhalten die Folge eines Serotoninmangels im Gehirn sei und mit Defekten im präfrontalen Kortex zusammenhänge. Der präfrontale Kortex ist der Teil des Gehirns, der mit der Impulskontrolle verbunden und für gründliche Überlegungen verantwortlich ist.

Auch wenn das Aufschluss über die biologischen Ursachen gibt, ist ein weiterer erwähnenswerter Aspekt, dass die meisten Menschen, die unter dieser Störung leiden, in einem Umfeld aufgewachsen sind, wo eine oder mehrere Personen Wutanfälle hatten. Das führt zu der Überlegung, dass nicht nur die biologischen Faktoren für solch ein Verhalten entscheidend sind, sondern dass es auch äußerst wichtig ist, Kindern beizubringen, ihre Emotionen zu kontrollieren.

 

Wenn ein Kind in einem Umfeld aufwächst, in dem es an der Tagesordnung ist, übertriebene Wut zu zeigen und Gewalt als herkömmliches Hilfsmittel anzuwenden, um seine Ziele zu erreichen, dann ist zu erwarten, dass es sich diese Verhaltensweisen aneignet und sich diese mit der Zeit noch verstärken. Wir müssen Kindern mögliche Konfliktlösungen und gesunde Möglichkeiten, Frust zu bewältigen, aufzeigen, wo Geduld und Dialog vorrangig sind.

Genauso wichtig ist es, Kindern dabei zu helfen, ihre Frustration zu verstehen und ihnen beizubringen, wie sie mit diesem Gefühl umgehen können, vor allem wenn sie zu Wutausbrüchen neigen. Auch professionelle Hilfe sollte in Anspruch genommen werden, falls es notwendig ist. Auf diese Art und Weise ersparen wir unseren Kleinen viele zukünftige Probleme.


Andere Therapieansätze, die hierbei helfen, sind Entspannungstechniken, die allgemeine Angstzustände reduzieren und mit denen versucht wird, generelle Verhaltensweisen zu verändern und diese Energie zum Beispiel durch sportliche Aktivitäten besser abzubauen. In manchen Fällen kann auch eine medikamentöse Regulierung des Serotoninspiegels hilfreich sein.

Am wichtigsten ist, dass uns bewusst wird, dass wir ein Problem haben und uns Hilfe suchen. Wir können lernen, unsere Wut unter Kontrolle zu bringen und sowohl unser Leben, als auch das unserer Mitmenschen zu verbessern. Das ist nicht nur hilfreich für Menschen, die mit dieser Störung zu kämpfen haben, sondern auch für jeden von uns, der mit außergewöhnlichen Situationen umgehen muss.

„Als ich durch die Tür in Richtung meiner Freiheit ging, wusste ich, dass Hass und Groll mich auf ewig zu einem Gefangenen machen werden, wenn ich nicht all die Wut hinter mir lassen würde.“

Nelson Mandela